Mit Gruner geplant: Neue Fernwärmebrücke „Adler-Bogen“ in Halle (Saale)
Halle / Leipzig – Am 9. Juni 2026 wurde die neue Fernwärmebrücke über den Ruderkanal in Halle (Saale) offiziell eingeweiht und erhielt ihren Namen „Adler-Bogen“. Mit dem Abschluss des Projekts wurde auch ein bedeutender Baustein für die langfristig sichere Fernwärmeversorgung der Stadt Halle realisiert. Gruner Deutschland GmbH war für die Planung der Brückenanlage verantwortlich.
Die Fernwärmebrücke Adler-Bogen befindet sich im Natur- und Landschaftsschutzgebiet Passendorfer Wiesen und umfasst eine 72 Meter lange Hauptbrücke mit integrierter Überführung von zwei Fernwärmeleitungen DN 600 sowie zwei Rampenbrücken für Fußgänger und Radfahrer. Ziel des Projekts war die Erneuerung der Fernwärmeleitung Trasse 60, deren Vorgängerbauwerk durch das Hochwasser 2013 erheblich beschädigt worden war. Die neue Querung wurde so konzipiert, dass sie auch extremen Hochwasserereignissen dauerhaft standhält.
Planung für Versorgungssicherheit und Hochwasserschutz
Die Namensgebung geht auf einen von den Stadtwerken Halle initiierten Schülerwettbewerb zurück. Der prämierte Vorschlag „Adler-Bogen“ würdigt die hallesche Parakanutin Anja Adler und symbolisiert zugleich Kraft, Eleganz und Verbindung – Eigenschaften, die das Bauwerk sowohl technisch als auch gestalterisch verkörpert.
Besondere Anforderungen ergaben sich aus den Vorgaben des Hochwasser- und Naturschutzes. Neben der technischen Funktionalität lag daher ein besonderer Fokus auf einer sensiblen gestalterischen Einbindung in die umgebende Naturlandschaft: „Mit dem Adler-Bogen ist ein Bauwerk entstanden, das technische Leistungsfähigkeit, Versorgungssicherheit und gestalterische Qualität miteinander verbindet", erklärt Michael Kurt, Projektleiter und Entwurfsverfasser der Brückenanlage bei Gruner Deutschland.
Im Spannungsfeld von Technik und Naturschutz
Die Hauptbrücke wurde als begehbarer Stahlhohlkasten ausgebildet und dient gleichzeitig als Träger der Fernwärmeleitungen. Die beiden schlanken Rampenbrücken folgen dem bestehenden Wegeverlauf und verfügen über licht- und wasserdurchlässige Gitterrostbeläge, die eine harmonische Integration in die Umgebung unterstützen.
Auch die Anforderungen an Versorgungssicherheit und Hochwasserschutz prägten das Projekt maßgeblich. „Die neue Fernwärmebrücke verbindet nicht nur zwei Netzabschnitte, sondern erhöht auch die Resilienz der Wärmeversorgung in Halle. Mit dem Adler-Bogen ist eine dauerhaft sichere und hochwasserresistente Lösung für einen zentralen Abschnitt des Fernwärmenetzes entstanden“, ergänzt Markus Voerkel, Projektleiter Fernwärmetrasse und Bauüberwachung bei Gruner Deutschland.
Das Bauvorhaben wurde zwischen Februar 2024 und April 2026 umgesetzt. Seit Mitte Mai 2026 ist die Brücke für die Öffentlichkeit zugänglich.
Projektbeteiligte
- Auftraggeber: EVH GmbH / Energieversorgung Halle Netz GmbH
- Planung: Gruner GmbH
Bauausführung: ARGE Friedrich Vorwerk SE & Co. KG / Grötz Bauunternehmung GmbH
Technische Daten Hauptbrücke
- Spannweite: 72,0 m
- Breite: 4,0 m
- Konstruktion: Stahlhohlkasten
- Fernwärmeleitungen: 2 x DN 600
Projektleitung Gruner Deutschland
- Michael Kurt – Projektleiter und Entwurfsverfasser Brückenanlage
- Markus Voerkel – Projektleiter Fernwärmetrasse und Bauüberwachung